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 Jenseit des Großen Flusses - die Landschaft Windhags

Windhag nach Regionen Die Markgrafschaft Windhag läßt sich grob in drei Regionen einteilen: Das Hochland, das nördliche Tiefland und das zentrale Hügelland.

Das Hochland umfaßt vor allem das Massiv der Windhaggebirge selbst, aber auch die karge Vorgebirgslandschaft mit der berühmten Steilküste im Südwesten. Die mächtigen Kalksteingipfel prägen diesen rauen Landstrich und es existiert kaum ein Ort, von dem aus man die weitgehend unerforschten Berge nicht drohend gen Himmel ragen sähe. Es sei denn grauer Nebel steigt einmal mehr vom Ozean herauf und ertränkt Senken und Täler. Efferds Odem nennt der Windhager voll Achtung die kalten, undurchdringlichen Nebelschwaden, die erst wieder mit Auffrischen des Meereswindes, des Beleman, verwehen.

Die Wolken, die der Westwind mit sich trägt und die an den Bergen abregnen, speisen unzählige Gebirgsseen und Wasserläufe. Das Wasser hat im Laufe der Jahrtausende auch überderisch schöne Tropfsteinhöhlen aus dem Gestein gespült - Wunder, die meist noch nie eines Menschen Auge erblickt hat. Einige verlassene und verschüttete Stollen machen aber deutlich, daß einst Zwerge ihre Heimstatt hier oben hatten - obwohl es kaum Erze gibt, nach denen zu schürfen lohnt.

Das so genannte Tiefland schmiegt sich im Firun wie ein Hufeisen um die Windhagberge bis zum Fluss (zur Grötze?), der (die?) südöstlich von Kyndoch in den Großen Fluß mündet. Allerdings ist Tiefland eine sehr irreführende Bezeichnung, denn auch im Norden reiht sich meist Hügel an Hügel. Die Anhöhen sind aber niedriger und die Küste ist nicht so schroff wie im Süden. Sand- und Felsstrände wechseln sich hier ab.

Der Boden ist etwas fruchtbarer als in der Küstenregion der Hochlande und Ackerbau wird häufiger betrieben. Wie überall auf der Efferdseite des Gebirges werden die Felder durch erstaunlich hohe Hecken (Hage) aus Schlehen, Heckenrosen, Weißdorn etc. vor dem Westwind geschützt.

In den höheren Lagen finden sich tiefe Nadelwälder, in den Niederungen stehen jedoch immer mehr Rotbuchen zwischen den Blautannen und Fichten. Der Wildreichtum dieser Mischwälder ist geradezu legendär.

Je weiter man aber nach Norden kommt, desto seltener werden die Wälder und das Land ähnelt schon sehr dem albernischen Abagund, insbesondere wenn das Jasalinkraut dieser Heidelandschaft blüht.

Die gesamt Ostflanke der Windhagberge wird als das zentrale Hügelland bezeichnet. Es ist noch spärlicher besiedelt als die restliche Markgrafschaft, obwohl dies die fruchtbarste Region Windhags ist. Im relativ schmalen Streifen zwischen Bergwäldern und Großem Fluss liegen Äcker auf denen allerlei Feldfrüchte und Getreide wachsen. Daneben ist die Region aber auch für ihren Weinanbau bekannt.

Entlang des Großen Flusses haben sich in Überschwemmungsgebieten Auenwälder aus Erlen, Seidelbast und Schneeballbusch gebildet - obwohl auch hier der typische Windhager Wald aus Buchen und Fichten anzutreffen ist.

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 Vom Windhagsch

In Windhag wird im allgemeinen Garethi gesprochen. Doch durch die isolierte Lage der meisten Siedlungen haben sich Dialekte entwickelt, die in extremen Fällen dem kaiserlichen Steuerprüfer aus Gareth nicht mehr verständlich wird. Es wird munter abgeschliffen, verballhornt, abgekürzt und zusammengelegt, was eigentlich nicht zusammengehört. Diese Unsitte macht auch vor den Namen nicht halt, und so kennt man in Windhag den im Reiche Rauls so beliebten Männernamen Alrik auch unter den Formen Arek, Alik oder gar Ark...
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 Von den Sippen und Familien

Wiewohl die meisten der Adligen des Landes unter ihren Ahnen jemanden haben, der dereinst "weggelobt" wurde (nach Windhag straf-geadelt), so sind die Familien der Gemeinen zumeist alteingesessene und seit sehr langer Zeit, in einzelnen Fällen sogar seit den Gründertagen vor Ort. Und obgleich die meisten Siedlungen einsam gelegen und kleinen Inseln in der Wildnis von Wald und Bergen gleichen, hat sich doch nichtsdestoweniger über die Jahrhunderte ein über das ganze Land (und zum Teil auch in die Nachbarprovinzen) gesponnenes Flechtwerk der Sippen gelegt. In vielen Dörfern einer Region herrscht eine Sippe vor (und gibt zumeist daher auch den Ton an), doch durch Zuwanderung, Heirat, Unglücke und was der Gründe mehr sein mögen gibt es eigentlich kein Dorf, das rein in der Hand nur einer Sippe wäre. Zu den Sippen gehören in der Regel mehrere Familien, von denen eine die namensgebende und zumeist Stammfamilie (Familie der Sippengründer) der Sippe ist. Ihr gehören unter normalen Bedingungen die Sippenführer an.

Von den Sippenlosen
Ich bin Alrik Tauron aus der Sippe der Jadwina Tauron, die den goldenen Bären bezwang. Was führt einen Sippenlosen in unsere Halle?
- in einem Südwindhager Dorf gehört

Allgemein ist jeder Fremde erst einmal ein Sippenloser und damit schon mal verdächtig. In den Windhagbergen und auch in den Wäldern gibt es aber zahlreiche Strafstätten, in denen das Reich Rauls seine Schwerverbrecher für ihre Missetaten büßen läßt (in Kreidebrüchen und beim Holzeinschlag zum Beispiel). Diese haben jahrhundertelange Tradition, und bisweilen gelang es einigen der Insassen, sich aus der Obhut des Reiches zu verabschieden und sich alleine oder mit anderen Flüchtlingen in der Wildnis Windhags zu behaupten. Man munkelt von einem Dorf in den Bergen, daß vollständig von Nachfahren solcher Flüchtlinge bewohnt ist, doch sicher ist, daß immer wieder seltsame Leute aus Wald und Gipfel kommen, kaum Ahnung von den aktuellen Umständen haben (Wie stehts um Kaiser Hal?) und handgefertige Waren feilbieten. Wie vielerorts im Windhag allgemein werden solche Fremden oftmals für entflohene Sträflinge gehalten und entsprechend argwöhnisch beäugt, ja, zum Teil gar feindselig bedacht.

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 Vom Übernatürlichen

... Es hat den Anschein, das Wesen der Feen sei mit dem des Landes verknüpft. So sind die Feen im Windhag wilder, grausamer, ja fast scheint es ursprünglicher als im erschlosseneren Albernia, die hilfreichen (Braunchen) hingegen seltener...
... auch scheinen die Scherze der Kobolde boshafter zu sein. Es wird sogar von Fällen berichtet, wo der Scherz zum Tode (durch Abstürzen) führte.
... sind Feentore, also Öffnungen in die Feenwelt, seltener. ... Ob all das allerdings darauf zurückzuführen ist, dass das Land unberührter ist, oder ob eine Verheerung in der Vergangenheit dies verursachte, bleibt unklar.

- aus den Aufzeichnungen des Magus Aurentian Melcher von Quellenbruch, ca. 40 v.H.

Aufgrund der schrecklichen Morde des "Kopflosen Reiters" im Harbener Land geben Wir kund und zu wissen: In Windhag sei es nunmehr verboten, einen verurteilten Adligen durch Abtrennen des Hauptes vom Leben zum Tode zu befördern. Auch Frauen und Männer vom Stande sind zu hängen oder auf dem Scheiterhaufen zu verbrennen, um solch Geschehen fürderhin zu unterbinden.
- Erlass aus der Zeit der Magierkriege

Wie überall beeinflusst der Aberglaube das Leben der Menschen, allerdings wissen die Windhager durchaus mit ihrer Angst vor dem Übernatürlichen umzugehen. Schauergeschichten in denen es vor Geistern, Feen, Kobolden und anderen geheimnisvollen oder schrecklichen Wesen nur so wimmelt, fesseln vom Bauern bis zur Edelfrau fast jeden Windhager.

Naturgemäß haben sich viele Mythen zu Drachen entwickelt, so soll z. B. im Gebirge ein Drachenfriedhof liegen, zu dem sich die Westwinddrachen zurückziehen, wenn ihre Zeit gekommen ist. Und in den windhager Steinbrüchen wird traditionell immer eine Drachenwacht aufgestellt. In besonders gefährdeten Gebieten ist dies wirklich ein Mensch, in anderen Gegenden eine steinerne Statue, die einen kleinen Menschen (oder Zwerg?) darstellt, der wachsam zum Himmel schaut. Und die Geschehnisse seit Rondra 33 Hal zeigen, dass so mancher Aberglaube seine Berechtigung hat

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 Vom Götterglauben

Während der Adel am Großen Fluss zu aller erst zu Praios betet, folgen die Barone und Edlen im restlichen Windhag eher der göttlichen Löwin Rondra. Das einfache Volk findet hingegen nur selten zur Göttin der Krieger und fürchtet sie lediglich als Gattin des ewigen Efferd und gnadenlose Sturmbringerin.

Efferd selbst wird an der Küste von allen Ständen verehrt, doch auch im nördlichen Tiefland ist die Efferdkirche von großer Bedeutung - wobei der Kult hier schon sehr dem Albernischen gleicht. Das Zentrum des Glaubens liegt aber ohne Zweifel in Harben, wo auch der Meister der Brandung residiert.

Vor allem im rauen Hochland wird Travia sehr geachtet, da der Zusammenhalt der Gemeinschaft von großer Bedeutung für den alltäglichen Kampf ums Überleben ist.

Rahja hat sogar in den östlichen Weinbaugebieten kaum Anhänger. Die Bauern beten eher zur bodenständigen Peraine als zur Göttin des Rausches.

Neben dem weit verbreiteten traditionellen Peraine-Glauben wird in vielen "wilderen" Gegenden die Fruchtbarkeit als Aspekt der Göttin Tsa stärker betont. Dort richten Bäuerinnen ihre Gebete zur Saatzeit an die Lebensspenderin Tsa und Heiler bitten die Junge Göttin um Beistand am Krankenlager. Die Grenzen zwischen Peraine und ihrer Schwester sind in den Augen der Gläubigen weniger klar gezogen und so kann man sowohl Geweihte in Storchenornat als auch Regenbogenfarben den Segen über ein frisch gepflügtes Feld sprechen sehen.

Die Kirchen der Halbgötter treten kaum in Erscheinung. Eine Ausnahme bildet der Avesglauben, der während der Regierungszeit Rateral Sanins in und um Harben Verbreitung fand. Weitgehend geächtet scheint hingegen ob seiner Verbindung zum drachischen der gnadenlose Kor-Kult.

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 Von den Geweihten

Eine Besonderheit Windhags ist die große Zahl wandernder Geweihter, denn viele Dörfer können keinen festen Tempel unterhalten. Mit der Zeit ist die Wanderpriesterschaft zu einer Tradition geworden, weshalb sich auch Geweihte von Praios und Rondra auf Reisen begeben. Diese ziehen aber meist von Adelshof zu Adelshof, während die Geweihten der anderen Zwölfgötter eher in den Häusern des gemeinen Volkes einkehren (Efferdpriester bilden mitunter die Ausnahme). Viele Windhager Gasthäuser besitzen deshalb eine so genannte Geweihtenstube, die ungleich komfortabler als das restliche Haus eingerichtet ist. Dort können zwar auch andere Reisende Unterkunft finden, doch die guten Sitten verlangen, dass das Zimmer übergeben wird, sollte ein Geweihter den Raum benötigen.

Die Wanderpriester sind vermutlich auch der Grund für die vielen, häufig unter freiem Himmel liegenden Weihestätten, die nicht einer bestimmten Gottheit, sondern dem gesamten Zwölferkreis geweiht sind. Ein solcher Weiheort - meist nicht mehr als ein steinerner Altar in den Bildnisse und Zeichen der Zwölfe eingemeißelt sind - kann an einem zentralen Platz liegen oder aber auch an einer alten Stätte in der Wildnis.

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